Dresden und seine Brücken

Es vergeht kaum ein Tag, an dem dieses Thema nicht in der Presse ist. Und man hat das Gefühl, es wird alles falsch gemacht. Sicherlich, alles wird nicht falsch sein, aber doch so oft fehlt jegliche Logik des Handelns. Auch wenn Millionen im Stadtsäckel fehlen, sollte man doch auch mal darüber nachdenken, welche Verluste die Nicht-Ausgabe von Investitionen herbeiführt. Oftmals werden lieber Prestige-Projekte, wie die Sanierung des Rathauses oder der Rückkauf der Drewag, vorangetrieben, statt sich um die wirklich wichtigen Dinge zu kümmern. Zu denen kann man die Elbquerungen auf jeden Fall zählen, aber schauen wir doch mal im Detail…

Das Blaue Wunder
Ein kleines Wahrzeichen Dresdens, dennoch ist die Zukunft ungewiss. In den Kriegen nicht zerstört und damit seit 1893 existent, nagt dennoch die Zeit an diesem Bauwerk. Ewig wird diese Brück den Verkehr nicht mehr tragen können, sondern auch an diesem Standort muss eine neue Lösung her. Das Blaue Wunder selbst, sollte aber aus architektonischen Gründen erhalten bleiben – begehbar, nachts beleuchtet.

Waldschlößchenbrücke
Weiter elbabwärts finden wir eine Baustelle, leider. Ohne die ganzen Streiterein hätten wir hier schon eine wichtige Elbquerung. So sind nur unnötig Kosten entstanden, Geld das nun fehlt. Und trotz der langen Planungen entstanden noch Planungsfehler, Zeitpunkt der Fertigstellung unklar, wohl jetzt nicht mehr vor 2012. Peinlich.

Albertbrücke
Baustopp und Verkehrsstau. Mit diesen beiden Begriffen ist schon vielen gesagt…
Die Brücke ist marode und bedarf dringend einer Sanierung, und das ist nicht erst seit gestern bekannt. Sie ist nur noch sehr eingeschränkt nutzbar, dennoch wurde die geplante Sanierung jetzt doch zurückgerudert. Zurück bleibt zunächst Stau in alle Richtungen, täglich wird die Geduld der Autofahrer gefordert, die hier ihre Freizeit verlieren, während man im Rathaus für Fehlplanungen Geld kassiert. Und wie lange wird es dauern, bis die Brücke gar nicht mehr nutzbar ist? Das Chaos wäre nicht auszudenken. Mit der Sanierung oder einem Ersatzbau sollte schnellstmöglich begonnen werden, dieser Fakt ist deutlich ersichtlich.

Carolabrücke
Hier kann man derzeit nicht zu sehr meckern, zumindest scheint sie in Ordnung zu sein. Und das ist auch gut so, muss sie ggf. bald deutlich mehr Verkehr abfangen…

Augustusbrücke
Man sage noch einmal unsere Stadt sei nicht ideenlos, aber wirklich sinnvolles kommt dabei nicht immer raus. So plant man die Augustusbrücke als autofreie Flaniermeile. Gut, kaum ein Autofahrer nutzt diese Brücke, diese könnte man auch umleiten. Aber wer will auf diesem Pflaster flanieren und vor allem, wohin? Die Flaniermeile würde wohl an einer vierspurigen Bundesstraße ändern. Klar, man kann hier Tunnel bauen und und und – aber dazu ist wirklich kein Geld da! Lasst die Brücke doch erstmal, wie sie ist, es gibt wirklich wichtigere Probleme. Wenn diese gelöst sind, kann man durchaus auch über ein Nutzung gemäß dem Vorbild der Prager Karlsbrücke nachdenken.

Marienbrücke
Auch hier rollt der Verkehr glücklicherweise ohne größere Schlagzeilen. Da diese Brücke eine der Hauptverkehrsadern abdeckt, auch besser so. Wichtig ist hier natürlich auch die stetige Kontrolle und die schnelle Reaktion bei absehbaren Schäden.




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2 Responses to “Dresden und seine Brücken”

  1. Das Geld, dass für die WSB jetzt ausgegeben wird, wäre auch weg, wenn das paar Jahre eher geschehen wäre.

    In welchem Zustand sich das Straßennetz Dresdens nach all den Jahren der Superbaustellen befindet und auf die nächsten Jahre noch befinden wird, konnte man ja jüngst in der Zeitung lesen.

  2. Natürlich wäre das Geld dann jetzt auch weg, wenn man nur von den reinen Baukosten ausgeht, aber es gehört nunmal mehr dazu. Die genaue Zahl wird keiner kennen und selbst wenn, würde sie keiner preis geben. Es würde aber sicherlich für jede weitere Brückensanierung helfen.

    Ja, in der Zeitung liest man so manches, aber kein Verlag hat eine Glaskugel. Ich bin schon der Meinung, dass man bei anderer Verteilung der finanziellen Mittel mehr machen kann in Dresden. Aber dann muss man eben die genannten Prestige-Projekte weg lassen und sich eben um die Grundbedürfnisse des städtischen Lebens kümmern, u.a. die Infrastruktur. Es geht hier auch um die Attraktivität der Stadt als Wohnort und Tourismusziel.

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