Nun doch keine neue Brücke in Dresden?
Es ist eine Diskussion ohne Ende und sie nervt. Auch wenn der Bau durch einen Volksentscheid entschieden wurde, die Baugenehmigungen erteilt sind und der Bau begonnen hat, ist noch nicht sicher, dass nun wirklich eine Brücke entsteht.
Hauptgrund gegen die Brücke ist inzwischen wohl das UNESCO-Kulturerbe, welches Dresden im Falle des Brückenbaus abgesprochen werden würde. Zumindest sind so die aktuellen Informationen, die eine nicht-offizielle Delegation aus Dresden bekommen hat.
Wer streitet sich nun eigentlich? Zum einen ist das die CDU groß im Rennen. Sie ist klar für die Brücke und setzt sich auch entsprechend ein. Sie behauptet klar, dass der Elbtunnel keine Alternative darstellt und die Befürworter eines Tunnels gegen eine Elbquerung sind.
Auf der anderen Seite steht der Verein „Bürgerbegehren Tunnelalternative am Waldschlößchen e.V.“. Dieser hat nun auch das Bürgerbegehren auf den Web gebracht und so wird es wahrscheinlich eine erneute Entscheidung der Dresdner geben.
Wo gestritten wird, da fallen auch Argumente. So natürlich auch in diesem Fall. Sie sind beidseitig nachvollziehbar und Probleme werden dabei natürlich auf der jeweiligen Seite leicht verschwiegen. Beide haben dazu auch Informationen an die Bürger der Stadt übersendet.
So sind in der aktuellen Planung der Tunnels nur etwa 10% der Pläne genehmigt, man spricht dabei, dass es bei zügiger Bearbeitung von eine Projektierungs- und Bearbeitungszeit von 8-12 Monaten, was aber keinen Einfluss auf den Baufortschritt hätte. Vielmehr soll sogar bei der Tunnelalternative der anvisierte Fertigstellungstermin eingehalten werden, der laut der Info aus dem CDU-Flyer Mitte 2010 liegt.
Die andere Seite widerspricht diesen Punkten natürlich und spricht nur von 6 Mio. Euro Mehrkosten bei Bau, die bereits durch den Bundesminister für Verkehr zugesichert wurden sein sollen. Auch bei den Betriebskosten hört man hier andere Zahlen, die sogar unter denen einer Brücke liegen sollen.
Wem soll man hier glauben? Schwierig zu sagen, in die finanziellen Belange hat man keinen Einblick und gerade unter dem Aspekt, dass der Tunnel noch nicht voll durchgeplant zu sein scheint, entstehen hier neben den Planungskosten möglicherweise weitere Kosten durch eine teurere Umplanung.
Den Kritikpunkt, dass Fußgänger und Radfahrer den Tunnel nicht nutzen können, umschifft man gekonnt damit, dass man Fähren oder aber den Linienverkehr nutzen kann. Für mich ehrlich gesagt keine Alternative, denn dafür müsste man zahlen, was nicht der Sinn eines solchen Projekts sein soll. Dann können wir da auch eine Fähre für Autos pendeln lassen…
Oft wird im Zusammenhang der Elbquerung auch mit der Umwelt und Kultur argumentiert. Auch hier findet man eher Argumente, die für eine Brücke sprechen. So müssten für die Tunnelvariante zusätzliche Bäume gefällt und denkmalgeschützte Häuser abgerissen werden. Dabei kommt es zwangsläufig auch zu Grundstücksenteignungen. Während des Tunnelbaus müsste die Elbe ebenso zeitweise verlagert werden, die Auswirkungen auf die Elbauen sind hier nach Aussagen der CDU „unklar“.
Was passiert nun, wenn uns mal wieder ein Hochwasser ereilt? Hier geht die Aussage Pro-Tunnel, was ich persönlich nicht gedacht hätte. Aber die Ausfahrten liegen bei beiden Lösungen deutlich über dem Maximalpegel aus dem Jahr 2002, so dass ein Volllaufen des Tunnels wohl eher unwahrscheinlich ist. Ein Befahren der Brücke soll hierbei – bedingt durch die Bauweise – schon deutlich gefährlicher sein.
Letztlich bleiben für den Bürger weiterhin viele Fragen offen, denn beide Seiten haben einfach ihre Vor- und Nachteile. Wichtig ist, dass es eine schnelle Lösung gibt, die dann auch zügig umgesetzt wird, damit es eben zur Entlastung der jetzigen Elbbrücken in Dresden kommt. Sollte der Tunnel letztlich dazu führen, dass gar keine Querung entsteht, wäre das mehr als enttäuschend.
Ich selbst? Ich bin am ehesten für die Brückenlösung, auch wenn hier das Weltkulturerbe weg geht. So eine Brücke hat was und nur eine Brücke kann wirklich Geschichte schreiben und eine Stadt prägen. Auch habe ich durchaus meine Bedenken damit, ob die Tunnellösung kostenmäßig wirklich den gemachten Versprechungen entspricht. Auch die Bauzeit wird wohl mit dieser Lösung das Ziel eher überschießen.
Die Quellen:
A. Information der CDU-Stadtratsfraktion „Für eine ‚Neue Waldschlößchenbrücke’“
B. Bürgerinformation „Der Elbtunnel verbindet Dresden“ vom Verein „Bürgerbegehren Tunnelalternative am Waldschlößchen e.V.“
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Über die Argumente der beiden Seiten in meinem Blog:
[url=http://www.jentzsch.eu/2008/03/11/nun-doch-keine-…