Droht uns eine kapitalistische Zensur im Internet?
Aufgrund des „negativen Effektes auf die Gesellschaft“, wurden in China nun Horrorfilme verboten. Wie bitte, in China ist ein Sack Reis umgefallen? Auch wenn wir eine derartige Zensur eher kritisieren, können wir in unseren Gefilden noch darüber schmunzeln. Auch ist es nicht die erste Meldung dieser Art aus China.
Grund dafür sind natürlich Breitbandintensive Dienste, wie Youtube, Flickr und Google Maps. Aber auch IPTV, Voice-over-IP und natürlich Tauschbörsen wie Bittorrent, führen zur teils übermäßigen Erweiterung des Netzwerkverkehrs. So ist für die Netzbetreiber eine legitime Lösung, zukünftig bestimmte Dienste einzuschränken oder ganz zu blockieren. Einschränkungen gab es durchaus auch schon in Deutschland, aber es gab auch schon Blockaden. So soll Comcast, welches der zweitgrößte ISP in den USA, im Herbst 2007 Peer-to-Peer Dienste teilweise blockiert haben.
Das Internet soll aber neutral bleiben, so dass man den USA auch einen entsprechenden Gesetzesentwurf vorgebracht hat, die diese Neutralität und gesetzlich festlegen soll. Auf Kritik stößt dieser Entwurf natürlich auf Seiten der Netzbetreiber, die ihren Traffic weiterhin freu regulieren möchten.
Für die Netzbetreiber geht es natürlich um bares Geld, aber man sollte sich dabei immer vor Augen halten, dass diese auch nur durch die Diensteanbieter und deren Nutzer überhaupt existieren und so florieren. Ich halte es für sehr wichtig, dass das Gesetz entsprechend durchkommt und so ein Vorreiter für Deutschland und andere europäische Staaten wird. Sollte es nicht durchkommen, wird das Interner zukünftig wohl kapitalistisch zensiert und so womöglich zu einer Mehrklassengesellschaft. Diese Entwicklung sollte unter allen Umständen verhindert werden, denn das Internet soll ein freies Medium bleiben.
Ähnliche Beiträge
Filed under: Internet, Kritisch
Trackback: Trackback-Url